Oettinger beim Laupheimer Heimatfest - 24.6.07

Heimatfest: Empfang der Stadt Laupheim

„Er ist ein Glücksgriff für Laupheim“

LAUPHEIM – Eine Rose im Knopfloch, das beste Gewand an, manche Dame mit breitkrempigem Hut: Beim Empfang der Stadt Laupheim demonstrieren die Gäste, wie sehr ihnen ihre liebe kleine Stadt am Herzen liegt. Ehrengäste waren Dr . Gert Haffner, der gesten für seine Verdienste für Laupheim die Bürgermedaille verliehen bekam, und Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger.

Von unserer Redakteurin Elisabeth Ligendza

 

Bilder von Burkhard Volkholz

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Es sei ja wie in einem Western, wie „High Noon“, als er in die Stadt gefahren sei, wunderte sich der Ministerpräsident. Und zog die richtigen Schlüsse: Es ist die Stille vor dem Sturm. Wer sich nicht beim Empfang der Stadt drängte, war im Vorumzugsfieber. Der Ministerpräsident beim Laupheimer Fest der Feste, auch das lässt sich leicht erklären. Er sei ein „begeisterter Kinderfestgänger“, meinte er. Dort, wo Kinder in den Mittelpunkt gestellt werden, fühle er sich am rechten Platz. „Kinder in den Mittelpunkt zu stellen, das ehrt eine jede Stadt“, so Oettinger. Ansonsten hatte er so manches labende Wort für Laupheim im Gepäck, es sei eine „liebenswerte Stadt“, die „ihren Charakter erhalten habe“.

Es war nicht sein erster Besuch in Laupheim. Sein letzter hatte einen ernsteren Anlass, eine Protestveranstaltung gegen den Verkauf des Airbus-Werks, auch daran erinnerte er. „Wir werden alles daran setzen, dass Deutschland nicht der Verlierer bei der Umstrukturierung dieses Konzerns wird. Bei einem Verkauf müssen die Arbeitsplätze erhalten und der Standort gesichert werden.“ Die ersten 30 Umzugsgruppen wolle er sich von der Tribüne aus ansehen, kündigt er an. Für später habe er noch einen Termin: Kicken mit dem Sohn im Garten, der feine Zwirn wird dabei gegen ein VfB-Trikot eingetauscht.

Bürgermeisterin Monika Sitter besann sich auf das diesjährige Heimatfestmotto „Viele Länder – eine Welt“. Das Fremde fürchteten viele Menschen am meisten. Wo aber lasse sich dieser Furcht besser begegnen als beim Kinderfest. Laupheimer strömen aus aller Herren Länder zum Fest, Zugezogene fühlten sich schnell heimisch. „Vom Heimatfest geht eine unbändige Integrationskraft aus“, weiß Sitter.

Ein Stuttgarter in Laupheim

„Zugezogen“ ist vor fast 50 Jahren auch Dr. Gert Haffner nach Laupheim. Intergration war für ihn kein Thema. Bereits nach vier Jahren bereichert er bis heute den Gemeinderat. Wirkte bald schon in vielfältiger Weise im Ehrenamt – sei es im Schwimmbadförderverein, im Reitverein oder im Sozialen. Dafür verlieh ihm Bürgermeisterin Sitter gestern die Bürgermedaille. „Er prägte das Gesicht dieser Stadt und war mit vollem und offenem Herzen dabei“, sagte Sitter. „Mit ihm hat Laupheim einen Glücksgriff getan.“ Auch der Ministerpräsident weiß die Würdigung des gebürtigen Stuttgarters Hafner zu schätzen: „Es macht einen schon stolz, dass in Oberschwaben ein Stuttgarter ausgezeichnet wird.“

Den Schlusspunkt im Rednerreigen setzte Dr. Gert Haffner. Er öffnete dabei das Schatzkästchen seiner Anekdoten. Damals, als er für den Stuttgarter OB noch Nuss- und Quittenlikör zubereitet habe, der dann im „Giftschrank“ des Katharinen-Hospitals aufbewahrt worden sei. Irgendwie prägte er auch damals das Stadtgeschehen. In Laupheim setzte er dies fort. Als er vor mehr als 38 Jahre zum ersten Mal in den Gemeinderat gewählt worden war, „gab es in der Mittelstraße noch Misthaufen“. „Was sie aufgebaut haben, war schon eine Meisterleistung, Herr Schick“, wandte er sich an seinen „ersten Lehrmeister“, den Alt-Bürgermeister. Sein „zweiter Lehrmeister“ sei Bürgermeisterin Monika Sitter gewesen. Sie habe so eisern gespart, dass die Stadt nun einen vorbildlichen Haushalt habe. Den „Gücksfall“-Ball gab er flugs weiter: „Sie beide zusammen waren ein Glücksfall.“

Das Sahnehäubchen auf diesen Tag dürfte für Dr. Haffner, genauso wie für viele Laupheimer, der sich an den Empfang anschließende große Festumzug gewesen sein. Ebenso für die weiteren Gäste des Empfangs, darunter Landrat Dr. Heiko Schmid sowie Vertreter von Politik und viele mehr.

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Ausgabe Laupheim, 25. Juni 2007

 
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