Senioren Union fährt nach Stuttgart - 20.10.09

Fotos von Wolfgang Gairing

Senioren Union besucht Schloss Rosenstein

von Otto Lambrecht /Honor Funk

Das primäre Ziel der Herbstfahrt der Senioren Union am 20. Oktober in die Landeshauptstadt, geleitet von Honor Funk, war eine spannende Reise durch die Evolution in der Sonderausstellung im Museum Schloss Rosenstein mit dem Thema „Der Fluss des Lebens – 150 Jahre Evolutionstheorie“.
Keine leichte Kost, denn hier werden die Besucher mit der Frage konfrontiert: Ist die Vielgestaltigkeit des Lebens auf unserem Planeten nur durch zufällige Mutation genetischer Programme zu erklären oder hat der französische Jesuitenpater Pierre Teilhard de Chardin recht, der davon überzeugt ist, dass der Mensch das bislang höchste Ergebnis des Evolutionsprozesses ist? Eine von den gängigen Theorien besagt, dass alles Leben auf der Erde einen gemeinsamen Ursprung habe. Aber davon sind nicht alle Wissenschaftler überzeugt. Doch die in der Natur vorgefundenen und in der Ausstellung aufgebauten Fossilien – Zeugnisse vergangenen Lebens - und viele andere Exponate machen deutlich und lassen die Aussage zu: Evolution ist Realität!“ Wie uns die kompetente Museumsbegleiterin erzählte, hat Darwin hat als Erster mit einer unglaublichen Fülle von Beispielen eine überprüfbare Theorie aufgestellt, wie Evolution funktioniert.

Das Auftreten des Menschen lasse sich eben nicht als zufällige Weiterentwicklung des Affen erklären. Das hörten wir gerne. Die Evolutionstheorie erkläre Teilaspekte des Lebens, wie Selektion und Artenbildung, sehr gut. Es gäbe Wissenschaftler, die sagen: Ich kann mir nicht vorstellen, dass Gott das Leben durch einen Selektionskampf geschaffen hat. Aber es gäbe Dinge, die wir nicht wissen – zum Beispiel, wie die erste Zelle ins Leben kam. Korrekterweise müsse die Evolutionstheorie als These mit Erklärungsproblemen dargestellt werden. Die Frage, welcher der wissenschaftlichen Theorien wir uns anschließen wollten, blieb offen.

Im Anschluss fuhren die Senioren in die Württembergische Weingärtner-Zentralgenossenschaft nach Möglingen. Nach einem Begrüssungstrunk erfuhren wir von der sehr beredten jungen Führerin, dass von den 11.300 ha württembergischer Weinanbaufläche ein Teil von fast 2.900 ha auf Trollinger Reben entfallen. Das ist bemerkenswert. Diese Sorte wird nicht als altmodisch eingestuft, sondern sie ist der Liebling der Weintrinker. Rotwein hat einen Marktanteil von 72 %, Weißwein einen solchen von 24 %. Dies entspricht dem Verbraucherverhalten der weintrinkenden Gesellschaft.

Weiter wurde berichtet, dass der Weinanbau in Württemberg sich durch seine Kleinparzellierung auszeichnet. Nur wenige Weinbaubetriebe sind so groß, um einer Familie eine Existenzgrundlage bieten zu können. Daher ist für die Vielzahl der im Nebenerwerb bewirtschafteten kleinen Rebflächen die Genossenschaft eine geeignete Form, um Verarbeitung und Vermarktung des Weinleseguts zu übernehmen. Ca. 80% der Weinlese werden über genossenschaftliche Einrichtungen an die Verbraucher gebracht. Das Lesegut von über 3.000 ha Anbaufläche wird nach Möglingen angeliefert. Die verschiedenen Lagen werden hier sortenrein und sorgfältig in hoher Qualität vergoren und ausgebaut. Die Zentralgenossenschaft, zu der Honor Funk als ausgewiesener Genossensschafter gute Verbindungen pflegt, verfügt über große Lagerkapazitäten und ist damit lieferfähig auch für Großabnehmer. Gleichzeitig bündelt sie das Angebot, um als anerkannter Marktpartner für ihre vielen Mitglieder akzeptable Preiserlöse zu erzielen.

Mindestens 12 Sorten, eine davon – ein Schillerwein – wurde zum abschließenden Vesper ausgeschenkt, haben eine herausragende Bedeutung. Mit 79 % dominieren die QbA-Weine (Güteklassen-Einteilung). Die nächste Qualitätsstufe sind Prädikatsweine mit 21 %. Bei der Weinprobe wurde uns ein fast dunkelroter Trollinger (Uhlbacher Götzenberg) vom Jahrgang 2008 eingeschenkt. In der Regel ist Trollinger nur ziegelrot. Das Erntejahr 2008 wird von den Fachleuten als hervorragendes Trollinger- Jahr gelobt. Die wertvollen Weinsorten werden in Holzfässern ausgebaut, diese Fässer werden nach Gebrauch an Liebhaber verkauft, (es besteht eine lange Warteliste).

Unsere württembergischen Weine stehen selbstverständlich unter einem großen Wettbewerbsdruck. Wir sollten daran denken, hier gewachsene Weintrauben sind ein wichtiges einheimisches Kulturgut. Das Angebot ist vielseitig: Riesling, Silvaner, Müller Thurgau, Trollinger, Samtrot, Lemberger Spätburgunder und andere Sorten sind geeignet, unser Wohlbefinden zu steigern und so manches Fest zu bereichern. Im Dichterwort heißt es:

Hab’ getrunken manchen Wein,
in manchem Land beim Wandern.
Der eine fuhr mir ins Gebein.
In’s Herz doch ging mir keiner so
und machte mich so frei und froh
und ledig aller Bande
wie Wein vom Schwabenlande.
Wohl bekomm’s!!!!

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