SCHEMMERHOFEN/ALTHEIM - Klare politische Positionen und herzhaftes Lachen prägten die Veranstaltung „Politik und Pointe“ des CDU-Gemeindeverbands Schemmerhofen. Die Turn- und Festhalle war bis auf den letzten Platz gefüllt – ein starkes Zeichen für das große Interesse am politischen Austausch, der Information und Unterhaltung miteinander verbindet.
Begrüßt wurden die Gäste vom Vorsitzenden des CDU-Gemeindeverbands Schemmerhofen, Michael Mast, der sich über den starken Zuspruch freute. Mast hieß neben zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern auch den CDU-Bundestagsabgeordneten Wolfgang Dahler willkommen.
Im Mittelpunkt des Abends stand die Rede des CDU-Landtagsabgeordneten Thomas Dörflinger, der gleich zu Beginn klarstellte: Humor sei kein Gegensatz zu Ernsthaftigkeit. Politik müsse den Menschen „aufs Maul schauen“, ihre Sorgen ernst nehmen und dort ansetzen, wo der Alltag drückt.
Dörflinger blickte auf zehn Jahre als Landtagsabgeordneter zurück und machte deutlich, dass politische Erkenntnis nicht allein im Parlament entstehe, sondern vor allem im direkten Gespräch vor Ort – in Vereinen, Betrieben, beim Ehrenamt. Nähe zu den Menschen sei für ihn kein Wahlkampfslogan, sondern Grundlage seiner politischen Arbeit. Er warb für eine Politik mit „Staub an den Schuhen“, die nicht aus dem Elfenbeinturm heraus agiere, sondern zuhört und Verantwortung übernimmt.
Inhaltlich spannte Dörflinger einen weiten Bogen: von der angespannten wirtschaftlichen Lage über Bildungsfragen bis hin zur inneren Sicherheit. Viele Menschen empfänden den Alltag als anstrengender als früher, so Dörflinger – sei es durch Sorgen um den Arbeitsplatz, Bürokratie, Unsicherheit oder gesellschaftliche Spannungen. Diese Sorgen dürften nicht klein geredet werden. Gleichzeitig machte er Mut: Baden-Württemberg sei ein starkes Bundesland und darauf gelte es nun aufzubauen.
Ausführlich ging Dörflinger auf die wirtschaftliche Weiterentwicklung des Landes ein. Neben den klassischen Stärken hob er neue Technologiefelder hervor – von Künstlicher Intelligenz über Medizintechnik bis hin zu Robotik. Baden-Württemberg sei hier vielfach weiter, als oft wahrgenommen werde.
Deutliche Worte fand der Landtagsabgeordnete zum Thema Bürokratieabbau. Dieser werde seit Jahren versprochen, komme aber oft nicht bei den Betrieben an. Der entscheidende Punkt sei, Bürokratie nicht nur abzubauen, sondern sie gar nicht erst entstehen zu lassen. Dazu brauche es mehr Vertrauen in die Menschen und weniger Detailregulierung. Besonders das Handwerk nahm Dörflinger in den Blick: Die Verdoppelung der Meisterprämie auf 3.000 Euro sei ein bewusstes Signal an all jene, die Verantwortung übernehmen wollen.
Auch Bildung und Sicherheit waren zentrale Themen der Rede. Bildung müsse verlässlich sein und gleiche Startchancen ermöglichen, beginnend bereits im Kindergarten. Sicherheit wiederum sei Voraussetzung für Freiheit. Dörflinger sprach sich für eine klare Linie gegenüber Kriminalität aus und betonte die Bedeutung einer gut ausgestatteten Polizei, hinter der die Politik geschlossen stehen müsse.
Zum Abschluss wurde der Ton grundsätzlicher. Dörflinger warnte vor zunehmender gesellschaftlicher Polarisierung und einer Schwarz-Weiß-Sicht auf politische und gesellschaftliche Fragen. Moralische Überheblichkeit und schnelle Stempel schadeten dem Zusammenhalt. Sein Plädoyer: mehr Maß, mehr Mitte und mehr gegenseitiger Respekt. Politik müsse zusammenführen, nicht spalten.
Mit lang anhaltendem Applaus würdigte das Publikum die Rede, bevor der Abend mit dem humoristischen Teil durch die „Hauptkerle“, Jörg Weggenmann und Werner Zell, fortgesetzt wurde. Mit pointierten Beobachtungen, scharfem Witz und viel Gespür für den Alltag der Menschen nahmen sie Gesellschaft und menschliche Eigenheiten aufs Korn. Immer wieder brandete Gelächter auf, Zwischenapplaus unterbrach die Pointen – und nicht selten fühlte sich das Publikum ertappt, ohne sich angegriffen zu fühlen.
„Politik und Pointe“ zeigte eindrucksvoll, dass politische Inhalte, klare Haltung und Humor sich nicht ausschließen – sondern im besten Fall ergänzen.
© Pressemitteilung CDU-Kreisverband Biberach vom 11 Februar 2026


